Samstag, 29. April 2017

 

Aus den Bergen in die Stadt: die Tracht im Wandel der Zeit

©Flickr - Oberau-Online / CC-BY 2.0

Kaum ein Kleidungsstück steht so stark für den Lebensstil der Alpenregion wie die Tracht. Dabei hat sie einen langen Weg zurückgelegt und war nicht von Anfang an populär. Heutzutage tragen zu festlichen Anlässen immer mehr Menschen Dirndl und Lederhose – zur Wiesn-Zeit ohnehin.

Arbeitsalltag mit Anspruch: die Tracht in ihren Anfängen

Wie jeder Kleidungsstil musste sich auch die Tracht ihre Beliebtheit in der Breite erkämpfen. Der Erfolg ist beachtlich: Von der schnöden Arbeitskleidung der landwirtschaftlichen Gebiete hat sie es bis zum festlichen Gewand auf Hochzeiten und Volksfesten gebracht. Dabei liegt der Anfang von Dirndl und Co. in der Handarbeit. Aus Mangel an Produktionsstätten und aus Gründen der Kostenreduzierung fertigten die handwerklich und landwirtschaftlich arbeitenden Bevölkerungskreise ihre Arbeitsklamotten in Eigenregie. So fanden sich bereits im frühen 19. Jahrhundert diverse Ausprägungen der Lederhosen und Trachtenjanker, je nach Eigenart des Haushalts gefertigt.

Trotz aller Unterschiede griffen die Schneider auf nahe liegende, weil bewährte Materialien zurück: Sämig gegerbtes Hirschleder für die robusten Hosen, leicht zu pflegende und langlebige Baumwoll- und Leinenstoffe für das Dirndl, das Arbeitskleid der Magd. Die Strickjacken waren aus dicker Schafwolle gearbeitet und die Schürzen aus alter Bettwäsche. Heute nicht mehr wegzudenkende Dekorationen wie etwa aufgestickte Blumenmotive sind allerdings eine spätere Erfindung.

Bereits im Laufe des 19. Jahrhunderts entdeckt die urlaubende Stadtbevölkerung ihr Faible für die urwüchsige Tracht. Fortan galt es in den Kreisen der Oberschicht als schick, sich in der Freizeit im Dirndl zu zeigen. Im gesamten Alpenland breitete sich dieser Stil aus und machte auch vor den Größen aus Politik und Kunst nicht halt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Tracht ihren Status als angesagte und durchaus aufreizende Kleidung erlangt – und ihn bis heute nicht mehr aufgegeben. Zwar existieren aktuell deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten als in der Vergangenheit, im Kern wurde der ursprüngliche Charakter aber beibehalten. Allen modischen Kreationen zum Trotz rangieren betont klassische Ensembles bei Damen wie Herren nach wie vor ganz vorne.

Trachtenvereine bewahren und fördern das Brauchtum

©alpenwelt-versand.com

Ein wesentlicher Anteil an der immensen Popularität von Dirndl und Krachlederner kommt indes dem regen Treiben der zahlreichen Trachtenvereine zu. Schon im 19. Jahrhundert setzten bei diesen eine besondere Wertschätzung und ein starker Wille zur Normierung der regional unterschiedlichen Trachtenmode ein. Zahlreiche Entwürfe wurden kategorisiert und detailreich beschrieben, diese Archivierung ermöglicht Liebhabern noch heute eine hervorragend rekonstruierbare Entwicklung der Tracht. Davon profitiert mittlerweile auch der Laufsteg. Namhafte Haute Couture-Labels widmen sich dem Dirndl in extravaganten Kollektionen, auch und gerade in Übersee erfreut sich das typische Gewand der Alpenregionen einer gewissen Beliebtheit. Dass die Tracht auch bei den ganz großen der Designer-Zunft eine Rolle spielt, bewies Karl Lagerfeld mit seiner ersten Dirndl Kollektion zur Wies‘n 2013. Jahr für Jahr präsentieren Fachgeschäfte wie Lodenfrey oder Angermaier die neuesten Kollektionen, die spätestens zum Start der Münchner Wiesn häufig bereits vergriffen sind. Große Auswahl zu jeder Jahreszeit, bieten spezialisierte Onlineshops wie Alpenwelt-Versand.com, die auch saisonunabhängig mit großem Sortiment aufwarten.

Etwas weniger auffällig hat die Tracht auch in ihren männlichen Varianten der Lederhose und des Jankers einen Platz in der Modewelt gefunden. Wem die Lederhose nicht immer als alltagstauglich gilt, für den bieten diverse Hersteller wollige Lodenjacken als passende Ergänzung zum Jeans-Outfit. Mag auch das heute angesagte sportliche Schuhwerk nicht unbedingt mit dem traditionellen Ansatz des Jankers übereinstimmen, so wärmen die rustikalen Trachtenjacken doch mit außerordentlichem Charme, erfüllen ihren Zweck und schauen gut aus.

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