Sonntag, 20. August 2017

 

Sicherheit für kleine Mitreisende

Foto: Mercedes-Benz

Besonders zu Ferienzeiten sind viele Familien unterwegs. Unfälle gehören – leider – auch in der schönsten Jahreszeit zu unserem Alltag. Umso wichtiger ist die Sicherung aller Personen in einem Pkw, vor allem aber der Kinder.

Kindersitze, auch Rückhaltevorrichtungen genannt, sorgen für die Sicherheit von Neugeborenen und kleinen Kindern in einem Kraftfahrzeug. Die Integration eines Kindersitzes im Auto basiert auf den gesetzlichen Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO). Dennoch ist Kindersitz nicht gleich Kindersitz. Eltern und Autofahrer, die kleine Kinder befördern, müssen bei der Anschaffung eines Kindersitzes einiges beachten.

Foto: Volvocars

Notwendigkeit eines Kindersitzes

Kinder, die kleiner als 1,50 m sind und das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen nach §21 Absatz 1a der Straßenverkehrsordnung (StVO) in einem Kraftfahrzeug nur in einem Kindersitz befördert werden. Kinder, die noch nicht 12 Jahre alt, aber größer als 1,50 m sind, benötigen keinen Kindersitz. Das gilt auch für Kinder, die bereits das 12. Lebensjahr erreicht haben, aber kleiner als 1,50 m sind. Allerdings wird hier von der Polizei dennoch ein Kindersitz empfohlen, da Sicherheitsgurte im Auto unterhalb dieses Größenwerts nicht immer optimal angepasst werden können. So können sie eher zur Gefahr denn zum Lebensretter werden.

Gesetzliche Regelungen und was beim Kauf zu beachten ist

Kindersitze müssen nach den aktuellen gesetzlichen Vorschriften der "Economic Commission for Europe" (ECE) amtlich geprüft und genehmigt sein. Ob dies der Fall ist, kann man an den ersten zwei Prüfziffern der 8-stelligen Zulassungsnummer des Prüfsiegels erkennen. Nach der aktuellen Norm (ECE Regelung Nummer 44) sind Kindersitze mit einem Prüfsiegel deren Nummern mit der Ziffer 03 oder 04 beginnen zulässig. Gebrauchte Kindersitze, die die Prüfziffern 00, 01 oder 02 anzeigen, sind nicht mehr zulässig und sollten nicht gekauft werden. 

Parallel zur ECE R44 Regelung, die Kindersitze nach Gewichtsgruppen einteilt, gibt es die neue Norm I-Size nach ECE R 129, welche Kindersitze nach Alter und Größe klassifizieren. Nach der geplanten, aber noch nicht vollständig umgesetzten EU-Richtlinie I-Size dürfen bis zu 15 Monate alte Kinder in Kindersitzen nur rückwärts befördert werden, das heißt, die Kindersitze werden entgegen der Fahrtrichtung eingerichtet. Nach der noch immer üblichen und zulässigen ECE R44 Richtlinie werden Kindersitze in verschiedene Klassen unterteilt, wobei diese unterschiedlich eingebaut werden:

  • Klasse 0: Neugeborene mit Gewicht bis 10 Kilogramm - Kindersitz entgegen der Fahrtrichtung
  • Klasse 0+: Neugeborene mit Gewicht bis 13 Kilogramm - Kindersitz entgegen der Fahrtrichtung 
  • Klasse 1: Kinder zwischen 9 und 18 Kilogramm - Kindersitz in oder entgegen der Fahrtrichtung 
  • Klasse 2: Kinder zwischen 15 und 25 Kilogramm - Kindersitz in Fahrtrichtung
  • Klasse 3: Kinder zwischen 22 und 36 Kilogramm - Sitzerhöhung in Fahrtrichtung

Es wird empfohlen, die Gewichtsklassen voll auszureizen und den Umstieg in die nächst größere so spät wie möglich vorzunehmen – allerdings sollte die Sicherheit des Kindes immer gegeben sein. Der richtige Kindersitz muss grundsätzlich dem Gewicht und der Größe des Kindes entsprechen und auch dem jeweiligen Auto technisch angepasst sein.

Foto: BMW

Kindersitze - Qualitätsmerkmale und Preise

Kindersitze gibt es in zahlreichen Modellvarianten. Sehr häufig bieten Autohersteller eine optimale Rückhaltevorrichtung für das jeweilige Fahrzeug an. Beim Kauf eines Kindersitzes sollte sowohl das Kind als auch das Fahrzeug zur optimalen Anpassung mitgenommen werden. Sehr gute Testergebnisse liefern Kindersitze mit dem Befestigungssystem ISOFIX ab. Die Qualität eines Kindersitzes wird vor allem bestimmt durch die Unfallsicherheit, die Handhabung und den Grad der Schadstoffbelastung. Eine ausgezeichnete Qualität bei einem Kindersitz muss nicht auch gleich teuer sein. So kosten die meisten Testsieger bei unabhängigen Vergleichen zwischen 100 und 200 Euro. 

Tipp der Redaktion: Die Vielzahl an Kindersitzen und unterschiedlichen Anforderungen kann auf den ersten Blick für Verwirrung sorgen – vor allem weil es in diesem Bereich nicht nur auf die Qualität und den Preis ankommt, sondern eben auch auf die richtigen Maße und Vorschriften. Auf dem Preisvergleichsportal Toroleo kann man den optimalen Kindersitz bzw. die für das eigene Fahrzeug am besten geeignete Kindersitzerhöhung über die Nutzung zahlreicher Filter für sich finden und sich zudem an den gängigen Preisen namhafter Anbieter orientieren.

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