Freitag, 23. Juni 2017

 

Eröffnung des Gotthard-Basistunnels

Gestern, am 1. Juni 2016 war es endlich soweit: Der Gotthard-Basistunnel zwischen Erstfeld und Bodio wurde feierlich eingeweiht – und der erste Zug mit tausend ausgelosten Passagieren durchfuhr den längsten Eisenbahntunnel der Welt von Nord nach Süd. 18 Jahre waren seit dem Volksentscheid, der sich für die Finanzierung ausgesprochen hatte und der Realisierung vergangen. Anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten hatten sich ein halbes Dutzend Staats- und Regierungschefs eingefunden. Es standen über 2000 Personen von Armee, Polizei, Bund, SBB, Alptransit Gotthard (ATG) und privaten Firmen im Einsatz. Rund 160.000 Interessierte aus der Bevölkerung hatten sich für einen Platz in denjenigen Zügen beworben, welche gestern als erste durch den Gotthard-Basistunnel (GBT) gefahren waren. 

Bereits am Vortag wurde in der Nähe des Nord-Portals eine Gedenkstätte eingeweiht für die neun Personen, welche beim Bau des Gotthard-Basistunnels ums Leben kamen. Dazu waren auch Angehörige der verstorbenen Mitarbeiter eingeladen. Gestern wurde überdies im Zugangsstollen Amsteg der Tunnel in einer interreligiösen Zeremonie gesegnet. Die Arbeiter mussten beim Bau des Gotthard-Basistunnels ganz unterschiedliche Gesteinsschichten durchbohren: vom harten Granit bis zu stark zerbrochenen Sedimenten. Der Vortrieb in den Hauptröhren erfolgte zu 80 Prozent mit Tunnelbohrmaschinen und zu 20 Prozent mit konventionellem Sprengvortrieb. Insgesamt wurden 28,2 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial aus dem Tunnel befördert.

Tiefster unter Tage liegender Eisenbahntunnel der Welt

Um Zeit und Kosten zu sparen, arbeitete man gleichzeitig an verschiedenen Abschnitten

. Durch Zugangsstollen und Schächte gelangten Menschen, Material und Maschinen zu den Baustellen im Berg. Mit einer Felsüberlagerung von bis zu 2.300 Metern ist der Gotthard-Basistunnel der am tiefsten unter Tage liegende Eisenbahntunnel der Welt. Im Berg betrug die Temperatur bis zu 50 Grad Celsius. Zu Spitzenzeiten arbeiteten rund 2.400 Personen auf den Baustellen am Tunnel. Die Bauarbeiten liefen in drei Schichten rund um die Uhr. Für die beiden Hauptröhren und die dazu- gehörigen Sicherheits-, Lüftungs- und Querstollen wurden insgesamt 152 Kilometer Röhren ausgebrochen. Die Bauzeit belief sich ohne Sondierungsarbeiten auf 17 Jahre.

Die Schweiz will Verkehrsmittel fördern, die effizient, umweltschonend und platzsparend sind. In mehreren Abstimmungen hat sich die Bevölkerung dafür ausgesprochen, den alpenquerenden Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Der Gotthard-Basistunnel bildet ein zentrales Element dieser Verkehrspolitik: Mit einer leistungsfähigen Schieneninfrastruktur will die Schweiz dem Güter- und dem Personenverkehr namentlich durch die Alpen eine Alternative zur Straße bieten.

Fahrplanmässig wird der Gotthard-Basistunnel am 11. Dezember 2016 in Betrieb genommen werden. Mit seinen 57 Kilometern ist er der längste Eisenbahntunnel der Welt. Er weist praktisch keine Steigungen auf, der Scheitelpunkt liegt auf 550 mü.M. Dank ihm gelangen Personenzüge schneller durch die Alpen. Güterzüge brauchen zudem weniger Lokomotiven. Der Gotthard-Basistunnel verkürzt die Strecke von Altdorf (UR) nach Bellinzona (TI) um 30 Kilometer. Mehr als 20 Millionen Menschen allein im Einzugsgebiet zwischen Süddeutschland und Norditalien können vom Gotthard-Basistunnel profitieren. Dank der Flachbahn werden die Zugverbindungen schneller, zuverlässiger und pünktlicher. Personenzüge werden auf der Nord-Süd-Achse im Halbstundentakt verkehren.

Personenzüge fahren im Tunnel in der Regel mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Stundenkilometern; möglich sind künftig Geschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometern. Die Verkürzung der Reisezeit wird schrittweise ab 2016 spürbar. Nach Abschluss der Arbeiten auf der ganzen Gotthard-Achse (inkl. Ceneri-Basistunnel und Zufahrts- strecken) werden Reisende zwischen Zürich und Lugano rund 45 Minuten einsparen.

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